Weine zum Leben. Seit 1684.

Als Bewohner des Burgenlandes im äußersten Osten Österreichs und als Winzer in Gols befinden wir uns in einer mehrfach glücklichen Lage. Denn das pannonische Klima am Neusiedler See ist nicht nur wohltuend und herrlich zum Leben, sondern auch perfekt für den Weinbau prädestiniert. Gleiches gilt für die vielgestaltigen Böden. Diese verpflichtet uns Weine von höchster Qualität zu erzeugen. Was für uns nicht zuletzt maximale Natürlichkeit und Naturnähe bedeutet. Deshalb wurden alle unsere Weingärten konsequent auf biodynamische Wirtschaftsweise umgestellt. Ab dem Jahrgang 2013 werden somit alle unsere Weingutsweine biologisch bzw. biodynamisch sein. Darüber hinaus liegt Gols, wo unsere Familie seit 1684 Wein erzeugt, auch ein wenig abseits des Trubels und der Hektik der Stadt. Deshalb haben wir hier die Ruhe und Geduld, uns darauf zu konzentrieren, worauf es ankommt. Unverkennbare, zeitlose, dauerhafte Weine aus einheimischen Sorten zu erzeugen, die einen ein Leben lang begleiten.

Comondor

1985 übernahmen wir den Betrieb. Wir tranken Bordeaux, Burgunder, Barolo und Ähnliches und pflanzten Cabernet Sauvignon und Merlot. Internationalität gehörte zum guten Ton. Nur im Ungerberg, unserem besten Weingarten, machten wir ein Experiment und setzten Blaufränkisch aus.

Die Lese 1990 brachte dann zwei herausragende Weine. Einerseits den Cabernet Sauvignon vom Edelgrund und anderseits genau den Blaufränkisch vom Ungerberg womit rasch feststand, dass die beiden ein Traumpaar darstellten, das vermählt gehört. So wurde der Comondor geboren, der ganz pannonisch den Namen einer historischen, ungarischen Hirtenhunderasse trägt und seit damals so etwas wie das Flaggschiff unseres Betriebs ist.

Unsere Position unter den österreichischen Rotweinproduzenten haben wir in erster Linie diesem Wein zu verdanken, der nicht nur in Österreich wiederholt Spitzenplätze bei Verkostungen erreichte und beständig zu den besten Rotweincuveés gehört.

Wie auch der Pannobile hat sich der Comondor stetig entwickelt und ist laufend bodenständiger, eleganter und subtiler geworden. Seit 1998 hat der elegante-füllige Merlot den herb-rustikaleren Cabernet Sauvignon als Hauptsorte abgelöst. Ab 2004 besteht er aus Merlot, Blaufränkisch und Zweigelt

Pannobile

Es begann alles in den 80ern. Noch hingen die Schatten des Weinskandals über uns. Uns Betroffenen, die nichts damit zu tun dafür aber eine ordentliche Wut im Bauch hatten und sich nichts mehr wünschten, als es dem Rest der Welt ordentlich zu zeigen. Wobei: Österreich galt in der Rotweinwelt Null und Nichts. Bordeaux, Merlot, Cabernet Sauvignon waren die Zauberwörter und so setzen wir auf diese Zugpferde um im großen Rennen mit dabei zu sein.

Doch schon mit 1990 juckte es uns auszuloten ob vergleichbare Qualitäten nicht auch mit heimischen Sorten zu machen wären. Weil auch der Name für das Gebiet und die Qualität stehen sollten, verfielen wir auf Pannobile. Eine „Kreuzung“ aus Pannonien und Nobel, die nun seit fast 20 Jahren reift.

Nicht nur als Wein, der seit dem Jahr 2000 nur aus Zweigelt, Blaufränkisch und St. Laurent bzw. den weißen Burgundersorten und Neuburger bestehen darf. Sondern als aktive, dynamische Winzergruppe mit 9 Mitgliedern. Als geographisch eindeutig definiertes Gebiet und als international verstandenes und bekanntes Synonym dafür, was Rotwein aus dem Weinbaugebiet Neusiedler See versprechen und vor allem halten kann.

Leithaberg

Je älter ich werde desto mehr glaube ich, dass vieles glückliche Fügung ist. Wie 1999 als ich erstmals Zweigelt-Trauben vom Leithagebirge zukaufte, weil wir in Gols zuwenig hatten. Die kamen aus Jois von der Lage Greiner und ergaben einen sehr mineralischen, rassigen und spannenden Wein.

Das begann in mir zu ticken und so sah ich mir das Leithagebirge genauer an und entdeckte die unglaubliche, im wahrsten Sinn des Wortes im Boden schlummernde Qualität der Gegend. Einerseits Muschelkalk wie imn der Burgund, der Champagne oder dem rechten Bordeaux-Ufer; außerdem Glimmerschiefer und Quarzit wie im Rheingau, an der Mosel, im Priorato. Mit einer Südostexposition und noch einem riesigen Plus: dem See. Mit seiner riesigen Wasseroberfläche und dem breiten Schilfgürtel wirkt er klimaregulierend und beeinflußt Reife und Aroma auf entscheidende Weise. Die ganze Bodenvielfalt liegt hier dicht an dicht, nebeneinander, ineinander. Teilweise in ein und demselben Weingarten.

Damit war klar, hier sind bemerkenswerte Weine möglich. Mit perfekter physiologischer Ausreifung, Finesse und Mineralität, die ihresgleichen sucht. Vor allem mit dem Blaufränkisch, dessen Trauben (weil spätreifend) lange am Stock bleiben und deshalb den Terroir-Charakter voll entwickeln können. Aber auch beim Weißwein ist dies erkennbar, hier mit Chardonnay (Kalk), Pinot Blanc (Kalk, Schiefer) und Grünem Veltliner (Schiefer). Weil dies aber eine andere Welt ist, als der Golser Stil, behandeln wir die beiden Sphären getrennt voneinander.

Heideboden

Flach ist eine flache Sache. Zumindest gilt das im Allgemeinen für den Weinbau, da die Weinrebe nur wenig so verabscheut, wie die Staunässe die in flachen Tieflagen oft auftritt. Das ist im sogenannten Heideboden, der flachen Großlage am Neusiedler See, dank ihren durchlässigen sandig-schottrigen Böden ganz und gar nicht der Fall.

Von hier kommen zwar nicht die ganz großen Weine. Aber mit einer ganz großen Verläßlichkeit gute bis sehr gute Weine. Und das ist auch ein Wert für sich. Dementsprechend kreierten wir 1994 den Heideboden. Einen vollmundigen Rotwein, den man öffnen und gleich gut trinken kann, der aber auch Potential für einige Jahre hat.

Seine Basis sind Zweigelt und Blaufränkisch. Abgerundet mit ein wenig Merlot. Der Ausbau erfolgt in kleinen, gebrauchten Holzfässern, schließlich soll er ja bodenständig schmecken und vor allem richtig viel Trinkfreude ins Glas bringen. Unkompliziert und gut gelaunt.

Und weil Weißwein im Heideboden eine lange Tradition hat, machen wir auch einen solchen. Und zwar aus der wohl wichtigsten burgenländischen Qualitätsweinsorte: dem Weißburgunder bzw. Pinot Blanc.